Roter Holunder
(Sambucus racemosa)
Familie der Moschuskrautgewächse (Adoxaceae)

Red elderberry

Roter Holunder

Saúco rojo
Synonym: Hirschholunder, Traubenholunder, Bergholunder
Sammelzeit:
- Blüten, von April bis Mai
- Früchte, von Juli bis Oktober
Lebensraum: Wälder, Hecken, Schutt
Pflanzenbeschreibung:
- Strauch von 2 bis 5 m, mit verholzten, gräulichen und warzigen Zweigen, mit gelbem Mark, ab dem zweiten Jahr orange
- warzige, bräunliche Rinde, die mit zunehmendem Alter rissig wird
- die Blätter sind groß, gegenständig, in 5 bis 7 längliche lanzettliche Blättchen unterteilt, spitz und gezähnt
- kleine Blüten mit 5 verbundenen grünlich-gelben Blütenblättern. Sie sind in aufrechten eiförmigen Rispen gruppiert und erscheinen vor oder gleichzeitig mit den Blättern
- die Früchte sind runde, korallenrote, glänzende Beeren, in dichten Rispen
Besonderheit über die Pflanze:
- der lateinische Name „Sambucus“ spielt auf die Flöten (Cambuse) an, die griechische Hirten aus dem weichen Holz des Holunders schnitzten, dessen Zweige hohl sind
- die Blätter aller Holunder haben einen starken und unangenehmen Geruch, sehr charakteristisch, der im besten Fall an gebrannte Mandeln, im schlimmsten Fall an verbrannte Autoreifen erinnert!
- die Blüten sind potenziell essbar, aber praktisch geruchlos und werden daher nicht verwendet
- In Japan ißt man gekocht die jungen Blätter und Blütenknospen einer einheimischen Art (Sambucus racemosa subsp. sieboldiana)
Heileigenschaften:
- die Blätter wirken harntreibend und reinigend
Toxizität:
- im rohen Zustand wirken die Früchte bereits in kleinen Mengen (einige Bündel) brechreizend und giftig. Durch Kochen werden sie unschädlich, es ist jedoch ratsam, das Gelee zu passieren, um die Kerne zu entfernen, die möglicherweise giftig sind (sie enthalten cyanogene Glykoside)
- alle grünen Pflanzenteile enthalten Calciumoxalat und sind daher giftig
Kulinarische Anwendungen:
- Früchte als Gelees
- in Likör mazerierte Früchte (nicht zu lange mazerieren)
- früher wurde aus vergorenen Früchten ein Alkohol destilliert
- in Japan werden junge Triebe und junge Blüten nach längerem Kochen verwendet (geschmacklich ähnlich wie Blumenkohl und Brokkoli). Aber achten Sie darauf, es nicht zu übertreiben (2 oder 3 Sprossen pro Person), da dies zu Magenschmerzen führen würde
Für mehr Information:
Videos:
- Le Chemin de la Nature (FR) :
- Wolf-Dieter Storl (DE) :