Schlehdorn
(Prunus spinosa)
Familie der Rosengewächse (Rosaceae)

Blackthorn

Schlehdorn

Endrino
Synonym: Schlehendorn, gemeine Schlehe, Sauerpflaume, Heckendorn, Schwarzdorn
Sammelzeit:
- Blüten, von März bis April
- zarte junge Blätter, im Mai
- Früchte, von September bis Dezember
die Schlehen werden vorzugsweise eingesammelt, sobald die ersten Fröste vorüber sind und sie aufgeweicht sind
Lebensraum: Hecken, Wälder, Büsche
Pflanzenbeschreibung:
- dorniger Strauch von 50 cm bis 2 m, der sehr dichte Büsche bildet und eine bemerkenswerte Frühlingsblüte aufweist
- braunschwarze Rinde, zahlreiche Äste, sehr dornig, in alle Richtungen ausgebreitet
- weiße Blüten, die vor dem Austreiben der Blätter erscheinen, klein, mit 5 einzelnen Blütenblättern und zahlreichen Staubblättern. Oft einzeln, aber an den Zweigen sehr zahlreich
- Blätter klein, länglich, mit einem Blattstiel ausgestattet, oben spitz, fein gezähnt, erst kurz weichhaarig, dann kahl
- Früchte ziemlich groß, kugelig, schwarzblau, mit einem weißlichen Belag bedeckt, mit einem einzigen Stein. Das Fruchtfleisch ist zunächst sehr sauer und herb – erst nach Frosteinwirkung wird es schmackhafter
Besonderheit über die Pflanze:
- wird wegen seiner schwärzlichen Rinde „Schwarzdorn“ genannt, im Gegensatz zu der des „Weißdorns“
- sein Holz ist sehr hart, es wurde als Bauholz, für Intarsien, für Spielzeug und zur Herstellung von Stöcken, sogenannten Dornenstöcken, verwendet
- aus den Spitzen der Zweige wird „Dornenwein“ hergestellt, auch „Trouspinette“ genannt. Dabei handelt es sich um einen Wermut, der durch Schlehen- oder Weißdornsprossen aromatisiert wird, die sich unmittelbar nach der Blüte entwickeln
- in Deutschland und der Schweiz wird im Handel ein Schlehen-Elexir verkauft, der den Körper am Ende des Winters regenerieren soll
- Patxaran oder Pacharan ist ein Likör aus Navarra, der aus der Mazeration wilder Schlehen in Anisalkohol hergestellt wird
Heileigenschaften:
- die Früchte wirken tonisierend, adstringierend und gegen Durchfall
- frische Blüten wirken harntreibend, entschlackend und leicht abführend
- sowohl die Blätter als auch die Rinde haben blutzuckersenkende Eigenschaften
- bei der äußerlichen Anwendung wird es aufgrund seiner Adstringenz in Form von Gurgeln oder Lotion zur Behandlung von Munderkrankungen wie Gingivitis und Pharyngitis verwendet. Schlehe behandelt außerdem Furunkel und Akne. Ein getränkter Tupfer kann eine Nasenblutung stoppen
Toxizität:
- Der Schlehdorn gehört zu einer Gattung, deren meisten Arten Blausäure produzieren, ein Gift, das einen charakteristischen Mandelgeschmack verleiht. Dieses Gift kommt vor allem in den Blättern und Kernen von Früchten vor und ist an seinem bitteren Geschmack bedenkenlos zu erkennen. In geringen Mengen regt Blausäure nachweislich die Atmung an, verbessert die Verdauung und kann auch bei der Behandlung von Krebs hilfreich sein. Im Übermaß kann es jedoch zu Atemproblemen kommen, die zum Tod führen können!!!
Kulinarische Anwendungen:
- Schlehenblüten werden zur Herstellung von Sirupen und zum Würzen von Aperitifs, Desserts oder Kräutertees verwendet
- junge Blätter in Kräutertees
- Schlehen in Torten, Marmeladen oder Kompott (vorausgesetzt, die Gelees haben sie ausreichend gemildert)
- Schlehen werden zu Alkohol destilliert
- in Salzlake eingelegt ergeben sich hervorragende, mit Milchsäure fermentierte Schlehen, die wie Oliven oder „Umeboshis“, fermentierte japanische Pflaumen, gegessen werden können
Videos:
- Le Chemin de la Nature (FR) :
- Plantes Sauvages Comestibles (FR) :
- Buschfunkistan (DE) :