Wald-Ziest

(Stachys sylvatica)

Familie der Lippenblütengewächse (Lamiaceae)

Drapeauangleterre

Hedge woundwort

Drapeauallemand

Wald-Ziest

Drapeauespagne

Ortiga hedionda

Synonym: nicht bekannt

Sammelzeit:

  • junge Triebe, Blätter, von April bis Oktober
  • Blüten, von Juni bis August
  • Wurzeln, von September bis Frühling

Lebensraum: Hecken, Wälder, auf kühlen und feuchten Böden

Pflanzenbeschreibung:

  • mehrjährige Pflanze, 15 bis 40 cm hoch, manchmal bis zu 80 cm, mit behaarten, vierkantigen Stängeln
  • gegenständige Blätter mit langen Blattstielen, breit oval, zugespitzt, an der Basis herzförmig, gezähnt, weich und behaart, dunkelgrün, ähnlich denen der Brennnessel
  • der Blütenstand besteht aus weit auseinanderstehenden Quirlen von 3 bis 6 Blüten, die eine lockere, endständige Ähre bilden. Diese dunkelvioletten, weiß geaderten Blüten besitzen zwei Lippen, von denen die obere helmförmig ist, und sind, wie der Gattungsname (vom griechischen „stachys“, Ähre) bereits andeutet, in einer Ähre angeordnet
  • Früchte bestehend aus 4 kleinen Achänen

Besonderheit über die Pflanze:

  • sie ähnelt einer Brennnessel und verströmt beim Zerdrücken einen charakteristischen und unangenehmen moschusartigen, pilzartigen Geruch, daher ihr französischer Name "Stinkende Brennnessel" (Ortie puante)
  • aus derselben Familie stammt der Knollen-Ziest (Stachys affinis Bunge = S. sieboldii Miq.), die manchmal wegen ihrer verdickten Rhizome angebaut wird, aus denen ein sehr feines Gemüse entsteht

Heileigenschaften:

  • der Wald-Ziest wird hauptsächlich in der Gynäkologie eingesetzt. Er kann die Wehentätigkeit anregen und fördert so die Menstruation. Dank seiner beruhigenden Wirkung lindert er Regelschmerzen. Die Pflanze wird auch zur Vorbeugung von unwillkürlichen Muskelkontraktionen (krampflösende Wirkung) verwendet. Zudem wirkt der Wald-Ziest harntreibend (fördert die Harnfunktion) und stärkend (regt den Körper an)
  • äußerlich angewendet besitzt der Wald-Ziest heilende Eigenschaften

Kulinarische Anwendungen:

  • junge Triebe in Salaten
  • Blätter gekocht in Gemüse, Lasagne, Quiches, Gratins, Suppen usw.
  • besonders gut würzen die Blätter Pasteten oder Pilzgerichte
  • die Blüten schmücken Gerichte
  • die Wurzeln können zu Gemüse gekocht werden

Für mehr Information:

Und aus medizinischer Sicht:

Videos:

  • Le Chemin de la Nature (FR) :
    1. L’épiaire des bois : un velouté au goût de cèpe
  • Plantes sauvages comestibles (FR) :
    1. Wald-Ziest
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