Wald-Habichtskraut

(Hieracium murorum = H. sylvaticum)

Familie der Korbblütler (Asteraceae)

Drapeauangleterre

Wall hawkweed

Drapeauallemand

Wald-Habichtskraut

Drapeauespagne

Vellosilla

Synonym: nicht bekannt

Sammelzeit:

  • junge Blätter, von April bis Mai
  • Blütenknospen, Blüten, von Mai bis August

Lebensraum: Rasenflächen, trockene Stellen, felsige Gebiete, Mauern, Wälder, Ränder

Pflanzenbeschreibung:

  • mehrjährige krautige Pflanze, 30 bis 60 cm hoch
  • Stängel mit wenigen oder keinen Blättern
  • gezähnte, weiche, dunkelgrüne Blätter ohne Flecken, die in einer Rosette an der Basis angeordnet sind
  • vier bis fünfzehn körbchenförmige Teilblütenstände stehen in einem rispigen Gesamtblütenstand
  • die Früchte sind Achänen mit einem Pappus

Besonderheit über die Pflanze:

  • Hieracium ist ein lateinischer Begriff, der vom altgriechischen Wort Hierax abgeleitet ist. Dieses bezeichnet tagaktive Greifvögel, die kleiner als Adler sind, wie Falken oder Sperber. Die Pflanze ist nach einer Legende benannt, die Plinius der Ältere überliefert. Dieser Legende zufolge verbesserten bestimmte Arten, die auf Felswänden wuchsen, die nur diesen Greifvögeln zugänglich waren, deren Sehvermögen, wenn sie ihren Milchsaft tranken. Diese Legende könnte auf die fünf „Zähne“ der Blütenblätter zurückgehen, die den Flügelspitzen dieser Greifvögel ähneln, oder auf die Überlieferung der Signaturenlehre, nach der der Milchsaft der Pflanze zur Behandlung von Augenentzündungen und zur Stärkung des Sehvermögens verwendet wurde
  • dies ist eine der Arten, die in Linnaeus' Blumenuhr aufgeführt sind (Blüten öffnen sich um 6 Uhr morgens, schließen sich um 14 Uhr)

Heileigenschaften:

  • die Wirkung dieses Krautes wird als schleimlösend, harntreibend, antibiotisch, krampflösend und entzündungshemmend beschrieben. In der alten Kräuterkunde wird das Habichtskraut innerlich bei Durchfall, grippalen Infekten, Blasen- und Nierenentzündung, Wurmbefall und Nierensteinen eingesetzt
  • die Pflanze enthält Chlorogensäure mit pharmakologischen Wirkungen, Flavonoide mit schützender Wirkung sowie Umbelliferon, das antibiotische, antioxidative, entzündungshemmende, blutzuckersenkende und tumorhemmende Eigenschaften besitzt
  • äußerlich zur Wundbehandlung und als Augenspülung

Kulinarische Anwendungen:

  • junge Blätter und Blüten in Salaten
  • Blätter in Gemüse oder in Suppe
  • Blütenknospen als Kapern

Videos:

  • Natur – Gesundheit – Wildkräuter (DE) :
    1. Habichtskraut Wirkung, Verwendung & altes Wissen