Mariendistel
(Silybum marianum = Carduus marianus)
Familie der Korbblütler (Asteraceae)
Milk thistle
Mariendistel
Cardo mariano
Synonym: nicht bekannt
Sammelzeit:
- Wurzeln, von Herbst bis Frühling
- junge Triebe, Blätter, Stängel, von März bis Juni
- Blütenstände, von Juni bis August
Die Wurzeln dieser zweijährigen Pflanze werden zwischen Ende des ersten und Anfang des zweiten Jahres geerntet. Triebe und Stängel werden geerntet, wenn sie noch jung, zart und stachellos sind. Die Blätter bleiben lange verwendbar: Sind die Stacheln bereits ausgebildet, kann der Blattrand mit einer Schere abgeschnitten werden. Um zart zu sein, müssen die Blütenköpfe vor der Blüte geerntet werden.
Lebensraum: unbebaute Flächen, Wegränder
Pflanzenbeschreibung:
- robuste, große, zweijährige Pflanze, meist über 1 m hoch, mit ungeflügeltem Stängel
- Pfahlwurzel, lang, dick, faserig
- zylindrischer Stamm, robust, oft verzweigt
- kahle Blätter, gummiartig anzufassen, hellgrün und mit weißen Adern marmoriert, mit Rändern, die mit sehr stacheligen gelben Zähnen gesäumt sind
- die Blütenköpfe, oft einzeln, können auch in Trauben gruppiert sein. Sie sind von großen, gebogenen Hochblättern mit sehr scharfen Enden umgeben, wobei jedes Hochblatt selbst einen Rand aus kleinen Stacheln aufweist. Die Blüten, alle röhrenförmig und fünflappig, sind purpurviolett gefärbt
- die Früchte sind glänzende, zusammengedrückte Achänen, schwarz oder gelb marmoriert, mit einem ringförmigen, gezähnten Pappus an der Basis. Sie ähneln Sonnenblumenkernen
Besonderheit über die Pflanze:
- der Begriff „Silybum“ bezeichnet im Griechischen und Lateinischen eine essbare Distel. Der Begriff „Marianum“ ist mit der Jungfrau Maria verbunden: Der Legende nach wollte sie ihr Jesuskind vor den Soldaten des Herodes verstecken und versteckte es unter einer großen Distel. Als sie es stillte, fielen einige Tropfen Milch auf die Blätter der Pflanze, die dadurch erblich gefärbt wurden
- Geschmack erinnert an Karden
Heileigenschaften:
- kräftigeng, magenstärkend, Gallenfluß anregend und harntreibend
- 1968 wurde aus der Pflanze ein Flavonoidkomplex isoliert, der den Namen Silymarin erhielt und seitdem als der für die therapeutische Wirkung der Mariendistel verantwortliche Wirkstoff gilt. Silymarin kommt in allen Teilen der Pflanze vor, ist jedoch besonders konzentriert in den reifen Samen, die zerstoßen als Aufguss oder Pulver verwendet werden
- das in der Mariendistel enthaltene Silymarin gilt in Europa allgemein als eine der wirksamsten leberschützenden Substanzen. In der Medizin wird es zur Vorbeugung und Behandlung verschiedener Lebererkrankungen eingesetzt: Hepatitis, Leberzirrhose, Gallensteine, Gelbsucht und hepatotoxische Schäden. Laut Ärzten, die es in ihrer Praxis anwenden, kann Silymarin geschädigtes Lebergewebe regenerieren und das Organ vor den Auswirkungen natürlicher (Pilze, Schlangenbisse, Insektenstiche, Alkohol usw.) oder synthetischer (Lösungsmittel, Reinigungsmittel, Medikamente usw.) Giftstoffe schützen. Silymarin scheint bei Vergiftungen durch Grünen Knollenblätterpilze wirksam zu sein
Kulinarische Anwendungen:
- die Wurzeln werden, wenn sie zart und fleischig sind, wie die der Schwarzwurzel gegessen
- junge Triebe in Salaten oder Gemüse
- die entwickelten Blätter, befreit von den Dornen, die sie begrenzen, ergeben ein zartes Gemüse
- die entwickelten Blätter können auch gut blanchiert und püriert werden, ohne vorher die Dornen zu entfernen (siehe Rezept für Distelpüree)
- die Blattadern und ihre Blattstiele können wie Karden gegessen werden
- die Stiele sind vor der Blüte zart und saftig. Sie schmecken roh nach dem Schälen oder gekocht wie Spargel hervorragend
- roher oder gekochter Blütenkopf wie die Artischocke
Für mehr Information:
Und aus medizinischer Sicht:
- Medisite (FR)
- Doctissimo (FR)
- Doctonat (FR)
- Apotheken (DE)







